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Nordic Walking
Zum Stellenwert der Trendsportart Nordic Walking
in Prävention und Therapie für Dorn-Patienten

Autor:

Peter Bahn

Heilpraktiker, Dorntherapeut und -ausbilder

Teichgraben 8

53757 Sankt Augustin

Tel. 02241 29221

Fax: 02241 923949

info [at] bahn-naturheilpraxis [Punkt] de

www.bahn-naturheilpraxis.de

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Wir als Heilpraktiker/Heilpraktikerinnen haben in der Regel unsere spezifischen Therapieformen. Von den Ausleitungsverfahren nach Aschner über die Homöopathie, der Neuraltherapie bis hin zum Schröpfen, der Zellentgiftung und der Dorn-Therapie.

Jede dieser Therapien hat ihre Berechtigung, ihren Erfolg und findet Akzeptanz bei den Patienten.

Oft müssen wir uns jedoch Fragen des Patienten stellen, was er denn mit seinen Symptomen, seinem Krankheitsbild noch selbst tun könne, um wieder zu mehr Vitalität und damit auch zu mehr Lebensfreude zu gelangen.

Viele Patienten, die vor einer Erkrankung Sport getrieben haben, fühlen sich oft hierzu nicht mehr in der Lage. Sei es, dass sie übergewichtig, kurzatmig sind, oder sie haben Gelenkprobleme o. Ä. zu beklagen. Adipositas, schwache Rücken- und Bauchmuskulatur, Bewegungsmangel usw. führen zu Gelenkproblemen, Belastungen der Wirbelsäule und Bandscheiben – um nur einige Folgen zu nennen.

Ich glaube schon, dass wir als Dorn-Therapeuten die Aufgabe haben, auch hier zumindest beratend tätig zu sein.

Ich selbst war und bin immer noch ein sportlich ambitionierter Mensch. Früher als Langstreckenläufer hin bis zum Marathon und als Lehrer für Selbstverteidigung; heute als leidenschaftlicher Nordic Walker.

Sport hatte somit in meinem Leben einen hohen Stellenwert, konnte ich hierbei doch Stress abbauen und für Vitalität und Gesundheit Gutes tun.

Nordic Walking habe ich im Herbst 2003 anlässlich eines Urlaubs in Südtirol kennen gelernt. Ein Jahr später habe ich an der Deutschen Sporthochschule Köln den Schein zum Nordic Walking Instructor absolviert und setze diese Sportart nunmehr auch als Therapie bei meinen Dorn-Patienten ein.

Vorab einige Informationen zur Geschichte des Nordic Walking:

Was geschieht nun beim „Walken mit Stöcken“?

  1. Muskelkräftigung; etwa 400 Muskeln werden bewegt, insbesondere Oberkörper- und Rumpfmuskulatur.
  2. Entlastung für Hüft-, Knie- und Sprunggelenke, geringere Stauchung der Wirbelsäule
  3. Herz-Kreislauf-Beeinflussung; Regulation des Blutdrucks, Kapillarisierung, Muskel-Venenpumpe, Aktivierung der Lymphbahnen.
  4. Sauerstoffaufnahme; Verbesserung der Sauerstoffaufnahme in der Muskulatur, höhere Sättigung des Blutes, Verbesserung der Lungenventilation.
  5. Stoffwechsel; vermehrter Kalorienverbrauch, Regulation der Cholesterinwerte, Senkung der Blutfettwerte, Erhöhung der muskulären Enzyme und der Mitochondrienzahl, Regulation der Hormone.
  6. Stressreduktion; Bewegung in der Natur, emotionales Erlebnis, Abbau von Adrenalin und Noradrenalin.

Aus diesem großen Potenzial an Einfluss auf unseren Körper und Organismus ergeben sich eine Vielzahl von Indikationen.

Was erreiche ich mit Nordic Walking, respektive:
Wo kann ich als Therapeut Nordic Walking gezielt in der Behandlung einsetzen?

  1. Zur Muskelkräftigung; Verbesserung der muskulären Situation im Schulter-Nackenbereich, damit Minderung der Schmerzen und der Bewegungseinschränkung, Verbesserung der Körperhaltung, sicheres Bewegen auch im Gelände (Balancierung).
  2. Zur Entlastung der Bandscheiben, der arthrotischen Gelenke, darüber Entlastung im prae- und postoperativem Zeitraum, Entlastung auch für Träger von Endoprothesen.
  3. Hilfe bei Herz-Kreislauf-Problemen; positive Beeinflussung bei Arteriosklerose, Koronarsklerose, Hypertonie, Herzinfarkt und Bypass.
  4. Unterstützung des Venen- und Lymphbahnsystems; auch hier positive Einflüsse bei Ödemen, Krampfadern und lymphatischen Stauungen.
  5. Hilfe bei Lungen- u. Thorax-Problemen; Besserung der Symptomatik bei Kurzatmigkeit, Raucherhusten, Asthma.
  6. Stoffwechselförderung; positive Impulse bei Diabetes mellitus, Rheuma, Krebs, Fibromyalgie und natürlich Gewichtsreduktion.
  7. Stressreduktion.
  8. Günstige Beeinflussung von Morbus Bechterew.
  9. Günstige Beeinflussung von Osteoporose.
  10. Verzögerung des Alterungsprozesses.

Der Therapeut hat somit mannigfaltige Möglichkeiten, Nordic Walking zumindest als Begleittherapie einzusetzen. Für Dorn-Therapeuten ist Nordic Walking die Sportart schlechthin. Sie ist bei fast allen Krankheiten des Bewegungssystems als Präventivmaßnahme und zur Therapie geeignet.

Die Herzfrequenzzonen

Jede Sportart kann man in Belastungszonen einteilen mit mehr oder weniger starker Belastung des Herz-, Kreislauf- und Lungensystems.

Zur Einteilung verschiedener Zonen nutzt man die individuelle maximale Herzfrequenz. Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Ermittlung der maximalen Herzfrequenz (HF) als Basis zur Berechnung der Trainingszonen. Eine exakte Messung ist kompliziert, sie geschieht entweder über einen maximalen Belastungstest oder über die Messung der Herzfrequenzvariabilität. In der Praxis wird zur Errechung der maximalen Herzfrequenz meist die „Faustformel“ genutzt.

Hier gilt für Männer:
max. Herzfrequenz = 220 abzüglich Lebensalter,
und für Frauen:
max. Herzfrequenz = 226 abzüglich Lebensalter.

Auf meine Person bezogen berechnet sich die max. Herzfrequenz beispielsweise so: Alter 55, also ist die max. Herzfrequenz 220 minus 55 gleich 165 Pulsschläge pro Minute

Es sei noch erwähnt, dass etwa 5 Prozent der Menschen so genannte Hochfrequenzler sind, die immer einen höheren Puls haben. Dies ist bei einem guten Ausdauerzustand nicht pathologisch. Der Puls hängt auch mit der Größe eines Lebewesens zusammen, so ist der normale Puls beim Kolibri um 1.260, aber beim Elefanten nur 15-30 und beim menschlichen Baby 120.

Die Zonen im Einzelnen:

Je nachdem, wie schnell das Herz bei einer sportlichen Aktivität schlägt, unterscheidet man folgende Zonen:

1) Gesundheitszone:

50-60 Prozent der max. Herzfrequenz (dies sind bei mir 83–99 Pulsschläge).

Dieser Bereich ist gut für Reha-Training, Koronarsport, regeneratives Training. Er hat einen positiven Einfluss auf Bluthochdruck, Diabetes etc.

2) Fettverbrennungszone:

60-70 Prozent der max. Herzfrequenz (dies sind bei mir 99–116 Pulsschläge).

Hier ist jetzt ein bisschen Erklärung nötig 1. Die Muskeln beziehen ihre Energie aus drei Quellen: a) der Verbrennung von Fetten, b) der Verbrennung von Zuckern, c) aus energiereichen Phosphaten. Die Fette lagern unter der Haut und im Bauchraum, während die Zucker und Phosphate direkt in den Muskelzellen lagern, Dabei ist schon bei schlanken Menschen 40-mal mehr Energie in Fetten als in Zuckern vorhanden, bei dicken Personen entsprechend mehr. Von den Phosphaten ist am wenigsten da, und sie liefern auch nur für etwa 10 Sekunden Energie, jedoch am schnellsten und intensivsten. Die Zuckerreserven sind bei intensiver Dauerbelastung nach 60-90 Minuten verbraucht. Die Zuckerverbrennung bringt den Muskeln die Energie doppelt so schnell wie die Fettverbrennung.

Je geringer die körperliche Belastung ist, desto mehr wird von den Muskeln auf die Fettverbrennung zurückgegriffen, Bei höherer körperliche Belastung greifen die Muskeln mehr auf die schnellere Zuckerverbrennung zurück. Im Schlaf wird also fast nur Fett verbrannt – da aber dann insgesamt nur wenig Energie angefordert wird, hält sich auch der Fettabbau in Grenzen. Es gibt also doch kein „Schlankwerden im Schlaf“. Um Fett abzubauen, müssen die Muskeln Energie anfordern.

In der Fettverbrennungszone verbrauchen die Muskeln Energie zu 3/4 aus Fetten und zu 1/4 aus Zuckern. Diese Zone ist gut geeignet für das Training des Herz-Kreislauf-Systems und zur Verbesserung der Langzeitausdauer.

3) Fitnesszone:

70-80 Prozent der max. Herzfrequenz (dies sind bei mir 116–132 Pulsschläge).

In dieser Zone holen sich die Muskeln ihre Energie je zur Hälfte aus Fetten und aus Zuckern. Durch die hohe Energieanforderung wird trotzdem mehr Fett verbraucht als in der Fettverbrennungszone.

Ein Beispiel: Langsames Laufen in der Fettverbrennungszone benötigt etwa 8 kcal Energie pro Minute, wovon 6 kcal aus Fetten stammen. Laufen in mittlerer Geschwindigkeit in der Fitnesszone verbraucht 16-18 kcal/min, wovon 8-9 kcal aus Fetten stammen.

In dieser Zone verbessern sich Atmung und Kreislauf.

4) Anaerobe Zone:

80-90 Prozent der max. Herzfrequenz.

Im anaeroben Bereich kann der Körper den Sauerstoffbedarf für die Zucker- und Fettverbrennung nicht mehr decken. Hier nutzt der Muskel die energiereichen Phosphate, die etwa 10 Sekunden die höchste Energie liefern, ohne Sauerstoff zu benötigen. Einen weiteren Teil seiner Energie bezieht der Muskel in dieser Zone aus unvollständiger Verbrennung von Zucker zu Milchsäure, was zu einer kurzfristigen Übersäuerung des Muskels führt.

Leistungssportler trainieren in der anaeroben Zone unter Aufsicht eines Trainers, um einen kurzfristigen maximalen Leistungszuwachs zu erzielen.

5) Warnzone:

90-100 Prozent der max. Herzfrequenz.

Die Annäherung an die maximale Herzfrequenz ist eine Gefahr für das Herz, besonders für Freizeitsportler.

Für mich ist das Training der Patienten in der Gesundheits- und Fettverbrennungszone besonders wichtig, da ich hier die beste Möglichkeit für effiziente Präventions- und Therapiearbeit sehe.

Zusammenfassung

Die Effizienz des Nordic Walking ist wissenschaftlich erwiesen. Studienergebnisse des amerikanischen Cooper Instituts haben ergeben, dass sowohl der Energieaufwand als auch der Sauerstoffverbrauch bei gleichem Tempo um 20 Prozent über dem des herkömmlichen Wanderns liegt.

Wissenschaftliche Auswertungen der Technischen Universität München haben ergeben: Prinzipiell kann festgestellt werden, dass Nordic Walking neben den unumstrittenen Vorteilen im physiologischen Bereich – d.h. durchschnittlich 20 Prozent höherer Energieumsatz und 6 Prozent höhere Herzfrequenz – bei gleicher Geschwindigkeit zu besonders hohen Belastungsreduzierungen führt, damit auch zu Reduzierungen der Gelenkbelastungen und der Wirbelsäule.

Dr. Ernst Jakob, DSV-Mannschaftsarzt und Chefarzt der Abt. Sportmedizin des Sportkrankenhauses Hellersen, kommt in seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeit zu dem Ergebnis, dass Nordic Walking nicht nur Trainingssport für Skilangläufer ist, sondern sich diese Ausdauersportart auch besonders gut eignet für ältere Menschen und im gesundheitsorientierten Sport, so z.B. als begleitende Sporttherapie in der Behandlung von Adipositas oder in der Reha nach Gelenkersatz- oder anderen Operationen im Bereich der unteren Extremitäten sowie als Sporttherapie bei Fibromyalgie und auch Osteoporose.

Der Fachbereich für Biomechanik im Sport der TU München empfiehlt Interessenten dieser Sportart, sich durch autorisierte Nordic Walking Trainer die korrekte Technik zeigen zu lassen oder noch besser, einen Kurs zu besuchen, um mit Hilfe der sehr leicht zu erlernenden Nordic Walking Technik die Effektivität des Stockeinsatzes zu erhöhen.

Als Heilpraktiker und Dorn-Therapeut empfehle ich Nordic Walking meinen Patienten u.a. als unterstützende Maßnahme bei vielen Gelenkerkrankungen, als Sportart zur Entlastung der Wirbelsäule und Bandscheiben sowie zum Aufbau und zur Durchblutung der für den Rücken und den Rumpf so wichtigen Muskulatur. Dies sind nur einige Einsatzmöglichkeiten.

Also rann an die Stöcke!

Lernen und praktizieren Sie Nordic Walking entweder als Sporttreibender oder als Therapeut. Der Erfolg wird sich bald einstellen.


Quellenangaben
1) Die Erklärungen folgen den Ausführungen von Dr. Kurt Moosburger, Universität Innsbruck, http://gin.uibk.ac.at/moosburger-ka/publikationen.html